Flugvorbereitung – Flugdurchführung – Flugziele

Wetter

Allgemeines

Grundsätzlich ist das Wetter auf den Britischen Inseln natürlich stark maritim geprägt. Nahezu jede atlantische Wetterfront kommt hier zunächst mit ungeminderter Kraft vorbei. Daher ist es für Flieger, speziell reine VFR-Flieger, in dieser Gegend natürlich nicht immer einfach. Insgesamt ist aber meine Erfahrung, dass das britische Wetter doch in der Realität besser ist als sein Ruf. Es ist aber insgesamt spürbar wechselhafter und im Sommerhalbjahr natürlich auch etwas kühler als in Zentraleuropa. Das gilt insbesondere für Nordengland, Schottland und Irland. Südengland ist insgesamt natürlich etwas sonniger und wärmer.

Diese Wechselhaftigkeit bedingt aber auch, dass sich Schlechtwettergebiete selten stationär für längere Zeit über dem selben Ort halten. Auf schlechtes Wetter folgt stets gutes Wetter, meist mit einem sehr schönen Licht und oft sehr guten Sichten. Abgesehen vom Fliegerischen sollte man natürlich auch vor Ort darauf eingestellt sein, dass man bei einem einwöchigen Irland- oder UK-Aufenthalt nicht ansatzweise mit sieben Tagen Sonnenschein rechnen kann. Im Norden Irlands und in Schottland gehen auch im Sommer die Tagestemperaturen nur sehr selten über 18 Grad hinaus.

Wenn man sich nun einen längeren Flug Richtung UK oder Irland vornimmt, muss man in den Tagen davor aufmerksam die Wettervorhersagen beobachten. Ideal ist es, wenn man zeitlich flexibel ist, und sich nicht schon z. B. im Januar auf die dritte Juniwoche festlegen muss. Meine schönsten Flüge nach UK und Irland habe ich immer dann gehabt, wenn ich kurzfristig für die vorausliegenden Tage in der Vorhersage eine insgesamt gute, niederschlagsarme Hochdruckwetterlage erkannt habe und am Tag darauf losgeflogen bin.

Natürlich hat nicht jeder (z.B. berufsbedingt) die Möglichkeit, so flexibel zu sein. Mann sollte dann aber auch nicht den Fehler machen, von Jahr zu Jahr seine seit langer Zeit geplante UK- bzw. Irlandtour immer wieder im letzten Augenblick abzublasen, nur weil im vorgesehenen Reisezeitraum abschnittsweise schlechtes Wetter vorhergesagt ist und daher der Reiseplan in Gefahr scheint. Wenn man dies tut, wird man leider nie dorthin kommen, denn wie gesagt, eine stabile, großräumige Sonnenwetterlage über mehrere Tage wird man dort leider nur ganz ganz selten vorfinden.

Also gilt: nicht vor einzelnen kleinen Regenfronten zurückscheuen, allerdings dennoch immer in der Planung flexibel bleiben. Eventuell hilft es schon, die Reihenfolge der einzelnen Flugziele umzustellen, d.h. statt „links herum“ eventuell „rechts herum“ zu fliegen. Hotels am besten nicht im Voraus buchen, oder, wenn doch, zumindest solche mit stornogebührfreiem Rücktrittsrecht bis zum Ereignistag suchen (das kostet in UK meist etwas mehr, ist es aber letztlich dennoch wert).

Ein Wort noch zum Thema Nebel. Den „typischen englischen Nebel“ gibt es nämlich gar nicht. Es handelt sich dabei um eine Legende, die noch aus den Zeiten der Schwerindustrie rund um die großen Zentren herrührt. Natürlich kann speziell im Winter, speziell in Küstengebieten, gelegentlich Nebel oder zumindest Hochnebel herrschen; dieser ist aber keinesfalls häufiger als z.B. in Deutschland. In jedem Fall ist er deutlich harmloser als z.B. der in der italienischen Poebene. Während man dort teilweise selbst mit einem ILS keine Chance mehr hat, ist der britische tiefe Stratus oft über den Minima für einen Präzisionsanflug.

Zum Schluss noch mal zum Thema Wind: Dieser weht in UK und speziell in Irland meist, auch bei insgesamt guten VFR-Bedingungen recht lebhaft, oft auch stark. Man sollte daher fit in Seitenwindlandungen und allgemein in Landungen bei „windigem“ Wetter sein. Ist der Wind zu stark, kann das aber schon mal ein Grund sein, einen Flug ändern oder gar verschieben zu müssen. Das ist für britische Piloten ganz normal. Wobei viele britische Plätze immer noch mindestens eine Querbahn haben (wenn auch oft nur Gras).

Insgesamt sind für eine längere UK- oder Irlandreise natürlich eher die zentralen Sommermonate zu empfehlen, da die Temperaturen ohnehin schon sehr gemäßigt sind. Juni, Juli und August sind daher die bevorzugten Monate, auch wenn da natürlich teilweise auch die Briten Urlaubszeit haben. Gelegentlich kann man aber auch schon Ende April oder gar Anfang Oktober sehr angenehmes Wetter erwischen. Natürlich ist auch ein Besuch im Winterhalbjahr möglich; insbesondere ein Stadtbesuch in London geht natürlich immer. Man sollte im Winterhalbjahr lediglich Grasplätze meiden, denn die allermeisten davon sind in der Jahreszeit mindestens sehr weich; teilweise aber auch komplett nicht benutzbar.

Wetterberatung in UK

Eine häufig aufkommende Frage ist: Wie kommt man, während man in UK unterwegs ist, an Wetterinformationen bzw. an ein Wetterbriefing?

Nun, grundsätzlich gibt es nach wie vor in UK einen telefonischen Wetterdienst, wobei dort im Gegensatz zu Deutschland keine „Beratung“ im klassischen Sinne geleistet wird, sondern eher nur Wetterdaten auf Anfrage verlesen werden:

MET-Office London Tel.: 0044 (0)870 900 0100
Da der Zugang zu 0870er Nummern beschränkt ist, gibt es außerdem die Nummer 0044 (0)1392 885 680.

Außerdem für Irland:

MET-Office Shannon Tel.: 00353 (0)1570 234234 (kostenpflichtig)

Darüber hinaus hat das Met-Office für UK auch eine eigene webbasierte Selfbriefing-Plattform ähnlich dem deutschen PC-Met, aber mit dem Unterschied, dass der britische Met-Office Dienst kostenlos ist. Geboten sind neben SigWX- und Windcharts auch TAFs, METARs, Satellitenbilder und Radarbilder. Die Adresse lautet:

www.metoffice.gov.uk 

Man muss zwar eine kurze Registrierung durchlaufen, aber das Ganze ist wie gesagt, zumindest in der ausreichenden Basisversion, kostenlos.

Die irische Met-Briefing Plattform hat folgende Adresse:

https://briefing.met.ie

Wer z.B. ein PC-Met Abo (www.flugwetter.de) oder ähnlich hat, kann natürlich dieses auch für Flüge in UK bzw. Irland bestens verwenden.

Dazu kommt, dass die meisten Plätze in UK mittlerweile ein (meist offenes) Wi-Fi vorhalten, so dass man sich mittels entweder Metoffice oder PC-Met sowie einem iPhone / iPad o.ä. perfekt mit Infos versorgen kann.

Die VOLMET-Frequenzen in UK mit den dazugehörigen Stationen sind:

1) LONDON VOLMET Main (135.375MHz): Amsterdam-Brussels, Dublin, Glasgow, London-Gatwick, London-Heathrow, London-Stansted, Manchester, Paris-Charles de Gaulles

2) LONDON VOLMET South (128.600MHz): Birmingham, Bournemouth, Bristol, Cardiff, Jersey, London-Luton, Norwhich, Southampton, Southend

3) LONDON VOLMET North (126.600MHz): Durham Tees Valley, East Midlands, Humberside, Isle of Man, Leeds/Bradford, Liverpool, London-Gatwick, Manchester, Newcastle

4) SCOTTISH VOMET (125.725MHz): Aberdeen, Belfast-Aldergrove, Edinburgh, Glasgow, Inverness, London-Heathrow, Prestwick, Stornoway, Sumburgh

…und für Irland:

DUBLIN_VOLMET_(127.0MHz): Dublin, Shannon, Cork, Belfast, Glasgow, Prestwick, Manchester, London-Heathrow, London-Gatwick

Eine feine Sache ist diese Seite der französischen Flugschule „Orbifly“; die Farbcodierung der METARs und TAFs erlaubt einen schnellen Überblick über die aktuellen Bedingungen (ähnlich der GAFOR-Karte in Deutschland) und ist also für die kurzfristige Planung sinnvoll. Auch Skydemon bietet ja so etwas Ähnliches an.

Darüber hinaus kann ich zur allgemeinen Reiseplanung nur wärmstens für das iPhone bzw. iPad die Wetter-App „WeatherPro“ empfehlen. Natürlich nicht immer 100%ig richtig, aber die Genauigkeit in der Vorhersage der Anzahl der Sonnenstunden, des Niederschlags, etc. ist meines Erachtens trotzdem gut.

Fliegen in UK

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Allgemeiner Hinweis:

Alle Informationen auf den hier enthaltenen Seiten sind Hinweise und Erfahrungen des Verfassers. Die Flugvorbereitung und die Flugdurchführung im Sinne des Gesetzgebers wird davon nicht berührt. Eine Haftung wird ausgeschlossen.