Flugvorbereitung – Flugdurchführung – Flugziele

Chartern in UK

Viele mögen vielleicht den Wunsch haben, nicht unbedingt von Deutschland bis nach UK oder Irland zu fliegen, sondern vielmehr vor Ort, z.B. im Rahmen eines Urlaubs oder einer Geschäftsreise einen Rundflug zu machen oder für einen Tagesausflug, z.B. zur Isle of Wight oder auf die schottischen Inseln ein Flugzeug zu chartern.

Gekaufte Rundflüge (sprich solange man selbst nicht als Pilot tätig wird), sind natürlich lizenztechnisch keinerlei Thema. Leider aber ist das Chartern (und somit das eigenständige Fliegen eines G-regs als PIC) als Halter einer EASA-PPLs oder höher seit 2023 nun nicht mehr möglich, denn EASA-Lizenzen gelten per se nicht mehr für G-reg Luftfahrzeuge, und eine automatische Anerkennung gibt es nicht (es gibt zwar eine Prozedur, um z.B. eine EASA-PPL für 30 Tage anerkennen zu lassen, aber diese ist aufwendig und kostspielig). Leider, aber so ist es aktuell. Natürlich gilt dies alles nicht für die Republik Irland, denn diese ist ja nach wie vor EASA-Mitglied; für EI-registrierte Luftfahrzeuge reicht somit auch schon ein LAPL.

Auch das Chartern eines ULs bzw. „Microlights“ in UK (oder in dem Fall auch in Irland) ist mangels automatischer Anerkennung des z.B. deutschen UL-Scheins leider kaum möglich.

Für diejenigen, die zufällig einen UK-PPL oder eben doch eine entsprechende Anerkennung haben: grundsätzlich gibt es in UK (für die „E-Klasse“, also leichte, zertifizierte SEPs) zahlreiche kommerzielle Flugschulen und Vercharterer, genau wie z.B. in Deutschland. Darüber hinaus gibt es aber auch viele Flying „Clubs“, die überwiegend recht unbürokratisch und günstig Kurzmitgliedschaften anbieten oder extra eine Preisliste für Nicht-Mitglieder haben. Das ist also alles deutlich einfacher als bei Fliegerclubs in z.B. Deutschland, Frankreich oder Italien – man kann einfach anrufen und kurz danach (mit Lehrer) sofort losfliegen. Diese „Flying Clubs“ in UK sind eigentlich kaum mit den typischen deutschen „Vereinen“ vergleichbar; es sind eher kleine kommerzielle Unternehmen, die einfach den Namen „Club“ tragen. Die Flugstundenpreise liegen meist mehr oder weniger auf dem Niveau deutscher Vereine oder Flugschulen. Übrigens: Das Chartern von Flugzeugen wird in UK und Irland als „self fly hire“ bezeichnet, keinesfalls als „charter“. Benutzt man das Wort „charter“, verwirrt man die Leute nur.

Insbesondere verbreitet sind in UK die verschiedensten Varianten der Piper PA28 (mehr noch als die C172), sowie die C152. Es haben sich aber auch modernere leichte Zweisitzer mit Rotax-Motor wie z.B. die Tecnam „Sierra“ oder die Aero AT-3 etwas verbreitet. Darüber hinaus gibt es aber auch oft bei uns als recht exotisch geltende britische Baumuster, wie z.B. die Beagle Pup, die DHC-1 „Chipmunk“ oder gar die DH.71 „Tiger Moth“, aber das ist schon recht selten. Aber auch Piper Cubs und Jodels findet man.

Für das Chartern eines Standardflugzeugs wie einer Piper Warrior muss man in der Regel einen normalen Checkout-Flug mit etwas Airwork und ein paar Landungen machen, sowie möglicherweise ein bisschen „Groundschool“ bezüglich „britischer“ und vor allem lokaler Prozeduren, etc. Und außerdem natürlich diese Website studieren…;-)

Die beste Informationsquelle hinsichtlich möglicher Anbieter ist natürlich das Internet, da praktisch jede Schule / jeder Aeroclub über eine eigene Website verfügt.

Leider schließen einige Flugschulen und Clubs bei der Vercharterung das Landen auf „unlicensed airfields“ aus. Das ist sehr ärgerlich, da man bei den lizensierten Plätzen doch zahlenmäßig ziemlich eingeschränkt wird und diese meist außerdem fliegerisch eher „langweilige“ Plätze (und auch eher teuer) sind.

Ein weiterer Punkt ist, dass Charterflugzeuge in UK meist (mehr noch als in Deutschland) sehr viel auch in der Schulung eingesetzt werden bzw. die Charterung generell nur in 3-Stunden-Blöcken üblich ist. Es ist also sehr schwer, dort ein Flugzeug zu bekommen, um damit einen, zwei oder mehr ganze Tage am Stück seinen Spaß zu haben, vor allem dann, wenn man bisher „unbekannter“ Kunde ist. Aber versuchen kann man es natürlich trotzdem. Außerdem sind Charter- und Flugschulmaschinen dort in der Regel in einem zumindest optisch sehr kläglichen Zustand. Oft sind auch Teile der Avionik etc. einfach als „U/S“ gekennzeichnet.

Zwar gibt es auch einige N-registrierte Flugzeuge in UK; diese befinden sich allerdings fast immer in rein privater Hand und sind somit nicht zu chartern. Grundsätzlich müssen EU-Bürger in UK keinen UK-Schein besitzen, um dort N-regs legal fliegen zu dürfen; der FAA-Schein reicht aus. Aber wie gesagt: auch diese Möglichkeit verschließt sich leider weitgehend, weil es kaum N-regs zum Chartern gibt.

Wenn man sich den Aufwand eines kompletten Checkouts ersparen möchte (oder eben nur eine EASA-Lizenz hat) ist eine Alternative für G-registrierte Flugzeuge natürlich die, mit einem Fluglehrer des Clubs zu fliegen und somit rechtlich gar nicht als PIC tätig zu werden. Es ist in diesem Fall im Vorwege am besten telefonisch zu klären, ob man in diesem Falle nur als rechts sitzender Passagier mitfliegen kann (das wäre dann praktisch ein „Rundflug“) oder ob man auch links sitzen und das Flugzeug effektiv führen kann. Dies ist insbesondere sinnvoll, wenn man einmal einen exotischen britischen Flieger fliegen möchte, wie zum Beispiel eine Chipmunk oder eine Tiger Moth, wo ein vollständiger Checkout zu aufwändig wäre. Diese Muster sind wie gesagt noch heute recht weit verbreitet in UK, und zwar auch als Schul- bzw. Clubflugzeug.

Irland

Auch in der Republik Irland (wo bei EI-registrierten Flugzeugen meist das Lizenzthema kein Problem ist) gibt es Chartermöglichkeiten, wenn auch meist bei „Clubs“ die eben meist eine Jahresmitgliedschaft erfordern. Doch auch die sind die Gebühren nicht extrem hoch und oft gibt es auch keine Aufnahmegebühren.

Im Süden des Landes (Waterford, EIWF) gibt es z.B. diese Möglichkeit:

https://waterfordaeroclub.com

Im Westen des Landes (Limerick, EICN) gibt es diese Möglichkeit:

https://www.limerickflyingclub.com

Die größte Flugschule Irlands sitzt natürlich in Raum Dublin (Weston EIWT). Sie ist allerdings mehr auf die Ausbildung von Karrierrepiloten ausgerichtet:

https://www.nfc.ie

Wer wirklich auf kleine Strips gehen möchte, sollte sich folgenden Club anschauen, der mehrere ICAP Savannahs hat, die dafür ideal sind:

https://funfly.ie

Fliegen in UK

Flugvorbereitung – Flugdurchführung – Flugziele

Allgemeiner Hinweis:

Alle Informationen auf den hier enthaltenen Seiten sind Hinweise und Erfahrungen des Verfassers. Die Flugvorbereitung und die Flugdurchführung im Sinne des Gesetzgebers wird davon nicht berührt. Eine Haftung wird ausgeschlossen.