Flugvorbereitung – Flugdurchführung – Flugziele

Die Universitätsstädte

Die beiden berühmtesten Universitätsstädte Großbritanniens, Oxford und Cambridge, liegen jeweils ca. eine Autostunde nordwestlich bzw. nordöstlich von London, also schon im südlichen Mittelengland. Perfekt ist der Umstand, dass beide Städte jeweils einen ordentlichen kleinen Flughafen haben, die eigentlich alles bieten, was man braucht (Asphaltpiste, IFR, Avgas/Jet, etc.) und zwar nicht billig, aber noch relativ bezahlbar sind (konkret: mit 1-2 Tonnen MTOW muss man bei beiden für Landung und 2-24h Parken mit ca. 100 Pfund rechnen). Beide Städte sollte man wenn möglich vor der Landung auch einmal umkreisen und von oben betrachten.

Hinweis: leider wird der Flugplatz Cambridge in wenigen Jahren (ersatzlos) geschlossen. Daher am besten unbedingt recht bald mal dahin!

Oxford-Kidlington (EGTK)

Ein makelloser IFR-Platz mit ILS, Radarvektoren und allen möglichen weiteren Annehmlichkeiten. Außerdem sehr gute Öffnungszeiten (bis 22:30h lokal geöffnet und bis zu dieser Uhrzeit auch kein Nachtzuschlag o.ä.!). Es ist nach Gloucester der zweitbetriebsamte Platz in ganz UK, vor allem aufgrund von Flugschulbetrieb und etwas Business Aviation. Die Lande- und Parkgebühren sind nicht gering, aber gerade noch als moderat zu bezeichnen. Details dazu auf der (sehr umfangreichen und professionellen) Website. Was nicht so schön ist: wenn man mittels IFR-Anflugverfahren reinkommt, muss man stets eine extra „Nav fee“ bezahlen. Hangarplätze sind in der Regel verfügbar.

Man fühlt sich ein klein bisschen wichtig hier, was man auch daran merkt, dass der Platz seit gewisser Zeit auch als „London Oxford Airport“ vermarktet wird. Na ja… aber wie gesagt: ein gut ausgestatteter Platz mit viel Bewegung und trotzdem noch halbwegs akzeptablen Preisen. Bezahlt wird im Business Terminal im Norden des Platzes.

Außerdem: am Platz (im Hangar 15) gibt es eine Firma, die sich auf exklusive Flugerlebnisse auf Warbirds des Zweiten Weltkriegs spezialisiert hat. Sie heißt „Ultimate Warbird Flights“ (siehe google). Wer einmal ein ganz besondere Erlebnis haben möchte, kann dort nicht nur auf Spitfire mitfliegen, sondern auch auf einer noch selteneren Me-109. Das Ganze kostet aber natürlich einen Haufen Geld…

Es gibt ein Cafe („Aviation Station“) am Platz (mit allerdings recht kurzen Öffnungszeiten und auch nur wochentags). Außerdem gibt es am Platz Mietwagen (Enterprise) mit ordentlichen Preisen; leider ist die Agentur samstags nachmittags und sonntags komplett geschlossen. In gut 10 Minuten Entfernung zu Fuß gibt es ein Premier Inn und ein Beefeater Steakhaus. Noch 10 Minuten länger geht man zu einem weiteren Pub & Hotel („The Highwayman“).

Das Taxi in die Stadt (die allerdings ca. 10 Kilometer entfernt liegt) kostet ca. 25 Pfund. UBER ist eher besser verfügbar und günstiger. Außerdem gibt es eine Busanbindung. Oxford sollte man am besten zu Fuß erkunden. Sehenswert sind die Universitätsgebäude, aber auch viele andere Kirchen, Türme, Parks sowie einige Museen. Die Christ Church ist ein Muss. Wer gut essen will, der geht abends in das „Pierre Victoire“ oder ins „Pompette“ (beide französisch). Oxford liegt wie London an der Themse.

Und noch etwas: nur knappe fünf Taximinuten vom Flugplatz entfernt (in Richtung Nordwesten) liegt eine der hochkarätigsten Schloss- und Gartenanlagen Englands, Blenheim Palace; sie ist UNESCO-Weltkulturerbe und auch Geburtsort Winston Churchills.

Cambridge (EGSC)

[Wichtige Info vorab: falls Sie an einem Wochenendtag nach oder von Cambridge aus fliegen möchten, ist dies seit einiger Zeit in EGSC nicht mehr möglich, weil während des Wochenendes keine ATC da ist und der Platz dann für platzfremde Maschinen gesperrt ist.]

Sehr positiv an Cambridge ist, dass es sehr bequeme Verbindungen vom Flughafen in die Stadt und wieder zurück gibt, direkt am Airport-Ausgang fährt sehr regelmäßig ein Park & Ride-Bus direkt in die Innenstadt. Natürlich kann man für die nicht allzu lange Strecke auch ein Taxi oder UBER nehmen (ca. 10 Pfund). Die Stadt ist wirklich nah.

Was IFR-Anflüge angeht, so verfügt Cambridge zwar grundsätzlich über Radar; es kommt allerdings sehr häufig vor, dass (vor allem aus Gründen des Personalmangels) dieses nicht in Betrieb ist. Das heißt dann, dass man das IFR-Anflugverfahren komplett („procedurally“) abfliegen muss.

Auch EGSC ist als insgesamt GA-freundlich zu bezeichnen. Wie fast überall in UK: PPR-Pflicht. Geparkt werden SEPs standardgemäß auf Gras; man kann aber auch Asphalt erbeten, was allerdings ein ganzes Stück teurer ist. Das „Handling“ wird tagsüber vom Cambridge Aero Club übernommen (sehr freundlich). Auf dem Vorfeld herrscht leider Hi-Vis-Pflicht. Sprit kommt per Truck, aber erst nachdem man vom Flieger zum Aeroclub gegangen ist und diesen geordert hat. Man muss also dann (wenn man das Tanken überwachen möchte), noch mal raus zum Flieger. (Der Tower kümmert sich darum nicht).

Die Gebühren haben ein etwas gehobenes Niveau; Landen kostet ca. 47 Pfund: eine Nacht Parken noch mal 32 Pfund (dies gilt für Gras; auf Asphalt kostet es wie gesagt noch mal etwas mehr). Außerhalb der Öffnungszeiten des Aeroclubs muss man außerdem einen „richtigen“ Handling-Agent (Jet Centre) in Anspruch nehmen und eine weitere Gebühr bezahlen.

Man muss, wie an allen anderen Plätzen auch, wenn man z.B. von Deutschland oder Frankreich dorthin fliegt, stets mit zwei Stunden Vorlauf (gegenüber dem Start) das GAR absenden (siehe Abschnitt „Zoll/Einreise“). In der AIP steht zwar wie an vielen anderen Plätzen auch „Customs 24h PPR“, was so aber natürlich falsch oder zumindest irreführend ist, denn es reichen bekanntlich 2 Stunden (EU) bzw. 12 Stunden (non-EU) Voranmeldezeit direkt an die Border Force.

Es gibt kein Restaurant am Platz. Es wäre aber nebenbei gesagt auch zu schade, nicht zumindest für ein Stündchen in die Stadt zu fahren.

Leider wird dieser Flughafen wohl Richtung Jahr 2030 schliessen.

Thema Übernachtung: Die meisten BnB’s in der City haben doch recht stolze Preise. Das gilt auch für die kleinen, teils wohl recht grottigen Hotels. Ein Alternative ist die Travellodge in der Newmarket Road: praktisch, modern und vor allem recht günstig. Es liegt auf der selben Straße wie der Airport, einfach nur 2,5 Kilometer stadteinwärts. Mit dem Taxi kostet es ca. 7 Pfund. Alternativ hält direkt am Aeroclub-Ausgang auch alle 15 Min. der Park&Ride-Bus, der nach ca. drei Stopps quasi direkt vor dem Hotel anhält. Kostet 4 Pfund pro Nase. Allerdings ist das Hotel noch ca. 15 Gehminuten von der City entfernt. Daher danach ggf. erneut Taxi oder Bus; wie gesagt die Distanzen sind recht gering und Taxi sind nicht allzu teuer.

Alternativ ist es (zumindest im Sommer) auch möglich, direkt in den Internatszimmern einiger der Cambridger Colleges zu übernachten. Siehe hier.

Die Website der Stadt lauet: www.visitcambridge.org.

Sehenswert sind im Zentrum die Brücken über die Cam, sowie natürlich die University of Cambridge und ihre Colleges und Chapels. Die Stadt ist sehr jung und dynamisch und es gibt haufenweise Bars und Restaurants – schließlich ist ca. jeder fünfte Einwohner Student.

Die City ist sehenswert, vor allem die King’s Street und Umgebung, sowie die Brücken über die Cam. Ein Klassiker für Touris in Cambridge ist eine Tour mit dem Ruderboot („punt boat“) über die Cam. Man kann diese punt boats entweder allein, oder zusammen mit einem Bootsmann chartern. Von der Cam aus hat man einen tollen Blick auf die Stadt und ihre Colleges; Blicke, die in dieser Form vom Land aus nicht teilweise nicht zu bekommen sind. Wer die Colleges von innen sehen möchte, sei informiert, dass diese leider für Besucher nur begrenzt zugänglich sind; man sollte daher ggf. rechtzeitig eine „guided tour“ buchen. Insgesamt ist die Stadt einen Tick provinzieller als Oxford.

Recht gut Seafood Essen kann man z.B. im Loch Fyne. Auch das Browns sei empfohlen.

Zum Fliegerischen noch: Wer die Stadt von oben sehen/fotografieren möchte: ein paar Kreise über der Stadt sind in Absprache mit dem TWR möglich, allerdings in mindestens 2000 Fuß.

Zuletzt ist der Flughafen von Cambridge unter Umständen gut für diejenigen geeignet, die nach Duxford wollen, aber unbedingt IFR anfliegen wollen oder aber einen Mietwagen nehmen möchten. Von Cambridge City bis nach Duxford sind es nur ca. 15 Kilometer in Richtung Süden. Viele Duxford-Besucher nehmen sich während der Show ein Hotel oder Bed & Breakfast in Cambridge.

Anders herum kann für Piloten, die in die Stadt Cambridge wollen, aber am Wochenende starten oder landen müssen, der Platz Duxford (EGSU) eine Alternative zu EGSC sein. Zwar kostet die Taxifahrt (ca. 15 Kilometer) etwas mehr, aber Duxford hat eben 7 Tage die Woche geöffnet.

Siehe auch diesen Reisebericht einer Gruppe deutscher Piloten nach Cambridge.

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